Freitag, 22. April 2011

Zurück auf dem Festland


Kolkata

In Kolkata fuhr ich vom Flughafen aus mit irgendeinem Bus Richtung Stadt. Ich hatte keine Ahnung wo ich war und wo ich hin wollte. Im Bus entschied ich, dass ich es mal mit der Parkstreet Gegend probieren möchte und versuchte herauszufinden, ob der Bus wenigsten in die Nähe fuhr aber der Busfahrer verstand mich nicht und die Mitfahrer sagten mir wenn überhaupt immer was anderes. Irgendwann entdeckte ich einen Metrostopp und sprang vom anfahrenden  Bus. Ich fand die Parkstreet und ein Hotel mit einem sauberen Zimmer und Fernseher (wenn auch ohne Fenster). Kolkata,die zweitgrößte Stadt Indiens, ist unbeschreiblich. Obwohl ich jetzt schon einige Zeit in Indien unterwegs bin habe ich so extreme Gegensätze wie hier noch nie gesehen. 


Es ist ein ständiger Mix aus super Modern und Mittelalter, aus Sauberkeit und Müllhalde, aus Ruhe und Lärm und aus Reich und Arm… Man findet sehr coole Läden wie Lewis, Subway, Bar B-Q, Fire and Ice etc. zwischen den typischen Mini-Krämerläden, vor dem Postamt kann man sich Briefe und Dokumente auf der Straße mit der Schreibmaschine tippen lassen (2 Häuser weiter gibt es einen hippen Computerladen);



die Männer lassen sich auf dem Bürgersteig rasieren oder man geht doch in den  Profi-Beautysalon für Männer und Frauen. Manche Straßen sind recht ruhig, andere sind so voll dass man kaum weiterkommt. In dem ganzen Rummel findet man die originalen, von Männern gezogenen Rikshaws. 



Vielen Leuten hier sieht man einfach an, dass sie Rupien en masse haben, vielen anderen dass sie nichtmal 10 Rupien besitzen. Ein kleiner Junge stand nackt und voll Seife in einem Brunnen mitten im Getümmel, ein anderer schleckte genüsslich sein Eis. Ich wanderte lange durch die belebten Straßen Kolkata’s, aß allerlei Leckereien von den zahlreichen, sehr geschäftigen Straßenständen und war überaus überrascht, wie viele Leute hier auf der Straße leben. 

 
Im Kino dröhnte vor dem Film Technomusik aus den Lautsprechern und während des Film lief mir eine Ratte über die Füße.  Dennoch überstand ich meinen ersten Tag zurück auf dem Festland erstaunlich gut und relaaaaaaaaaaaaxt.
In Kolkata spürt man den englischen Einfluss noch sehr deutlich. Am Victoria Memorial hatte ich das Gefühl, in England gelandet zu sein, es war nur viel heißer. Die Kirchen sehen sehr europäisch aus und manche Häuser auch.  In einem ruhigen Park vor dem Memorial entdeckte ich so einige turtelnde Pärchen, zu meiner Überraschung waren es nur Inder, die sich in aller Öffentlichkeit umarmten und sogar küssten; es war ein sehr ungewohnter, für Indien untypischer aber auch sehr schöner Anblick. 


Im Planetarium wurde mir der westbengalischen Nachthimmel erklärt, im Mutter Teresa Haus musste ich feststellen, dass sie dort nichts für mich zu tun hatten, doch auf der Straße konnte ich einem zuckersüßen, kleinen Mädchen wenigstens ein bisschen helfen und nebenbei mein Karma verbessern.
Nach 2 Nächten in dieser faszinierenden Stadt der Gegensätze fuhr ich mit dem Nachtzug nach Varanasi. 



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