Sonntag, 16. Januar 2011

Volcano Trail GAP--Tour


Honduras

Erster Stopp: Copan

Über Copan gibt es nicht viel zu erzählen. Es ist eine kleine Stadt nahe der Grenze und das Highlight sind die Ruinen, die ich mir diesmal sparte. Ich verbrachte einen ruhigen Nachmittag im Hotel, zum Einen wegen des schlechten Wetters, zum Anderen aus budgettechnischen Gründen (ich hatte die letzten zwei Wochen ein bisschen zu viel Geld ausgegeben). Ausserdem hatte ich keine Lust auf die „Neuen“.

Zweiter Stopp: Roatan Island

Nach einer sehr langen Busfahrt in 2 verschiedenen Bussen und einer Fähre auf sehr unruhiger See und einem Van kamen wir nach 13 Stunden auf der Insel Roatan an.  Ich hatte mir sehr auf diese Insel gefreut, da man dort am zweitgrößten Riff der Welt tauchen kann und da ich jetzt eine lizensierte Taucherin bin wollte ich dort die Gelegenheit nutzen und tauchen tauchen tauchen. 
Am ersten Tag ging ich ein Mal tauchen, da ich morgens viel zu müde war und erstmal am Strand relaxen musste. Der Strand auf Roatan war nicht so berauschend, dafür war der Tauchgang umso besser. Ich sah viele Fische und 2 Schildkröten, was mich besonders freute.
Am zweiten Tag buchte ich 2 Tauschgänge, beim ersten sah ich 2 weitere Schildkröten, eine ruhte sich auf den Korallen auf und so konnten wir sie ganz nah sehen. 2 Regenbogenfische aßen Algen von ihrem Panzer und nach einer Weile schwamm sie davon, an die Wasseroberfläche, atmete tief ein und kam zurück. Das war das schönste, was ich bisher gesehen habe.
Der zweite Tauchgang bei „Bikini Bottom“ war der bisher beste: ich sah 3 Schildkröten, sehr viele Fische (vor allem Löwenfische und Flundern) und das Riff war wie ein Canyon und sehr beeindruckend mit wunderschönen Korallen. Spongebob habe ich aber nicht gesehen!
An unserem letzten Abend auf Roatan gingen wir im „Noddle Shack“ essen. Dort gibt es die besten asiatischen Nudeln und ich kann das nur empfehlen. Es dauert zwar eine Weile bis das Essen serviert wird, aber es lohnt sich zu warten. 

Die „Neuen“ sind doch nicht so schlimm wie ich erst dachte. Vor allem David und Eli, ein Ehepaar aus England (bzw Wales) sind unglaublich nett und ich verstehe mich sehr gut mit ihnen.
Brian und Hannah aus England sind auch sehr nett (Brian ist richtig sarkastisch und lustig). Nur mit Valeria aus Italien und vor allem Pia aus Finnland werde ich nicht so recht warm.  Die Beiden sind einfach zu anstrengend.
Über Kate und ihren Freund Buddha lernten wir einen sexy Schweden mit schottischem Akzent und seinen Kumpel aus Guatemala kennen. Der Schwede hat es vor allem Nat und Julia angetan und so verbrachten die Abende mit den Beiden. Leider sprach der Guatemaler  kaum ein Wort Englisch, aber wir kamen recht gut zurecht.

Dritter Stopp:  Tegucigalpa - Silvester

Nach 2 wunderschönen Tagen im Paradies verließen wir die Insel und fuhren 12 Stunden nach Tegucigalpa, wo wir Silvester feierten. Wir entschieden, dass wir in einem Einkaufszentrum zu Abend essen und danach in einem Club feiern wollten.
Nachdem alle Restaurants in dem Einkaufszentrum bis auf Wendy’s geschlossen waren dachte ich schon, dass das das schlimmste Silvester dass ich je hatte werden würde (vor allem weil ich viel  lieber auf Roatan geblieben wäre). 

Der Club war aber sehr cool, wir feierten ausgelassen und tranken viel zu viel.  Es waren sehr viele Einheimische dort und ich flirtete und tanzten mit einem unglaublich gutaussehenden und großen Typen. Er heißt Fabrizio und sprach kein Wort Englisch. Da wir nicht sehr viel redeten machte das nichts. Nach einer Weile wollte die Gruppe im Hotel weiter feiern und Julia erklärte sich bereit, unser Zimmer zu räumen damit ich ungestört mit Fabrizio „feiern“ konnte. Sean, unser Toruleader, half mir, Fabrizio aufzuklären und somit verbrachte ich eine sehr erotische erste Nacht im Jahr 2011 mit ihm und wir verständigten uns sehr gut in der Sprache der Leidenschaft.

Nicaragua

Erster Stopp: Granada

Nach einer weiteren langen Busfahrt und vielen „ich-muss-mich-übergeben-Stopps“  kamen wir in Granada an.  Da wir alle eine anstrengende Nacht hinter uns hatten und total übermüdet waren, gingen wir sehr früh ins Bett. Am nächsten Tag fuhren wir alle an einen Vulkanratersee und verbrachten dort den ganzen Tag. Wir durften Kanus und riesige Schwimmreifen umsonst nutzen und die Zeit verging wie im Flug. 

Abend gingen wir in ein lokales Restaurant essen. Dort gab es Hühnchen oder Rind vom Grill mit frittierten Plantain (Kochbanane) und Reis mit Bohnen und war sehr günstig. Komisch an diesem Restaurant war nur, dass es eigentlich ein chinesisches Restaurant ist.
An unserem letzten Tag in Grenada machte ich nicht viel mehr als Besorgungen und stellte fest, dass der Mark hier sehr lebhaft ist und die Männer einfach schrecklich anzüglich. Die Straße in der unser Hotel ist (und angeblich die Hauptstraße Granada’s) wirkt dagegen wir ausgestorben.
Abends ging es Julia wirklich schlecht, sie hatte schlimme Kopfschmerzen und Schmerzen in den Nieren. Wir entschieden, dass es besser wäre, ins Krankenhaus zu fahren. Das „Krankenhaus“ war eher eine Arztpraxis anno dazumal und der Arzt musste erst verständigt werden, dass er kommen soll. Julia war dehydriert und hatte eine Niereinfektion. Der Arzt verschrieb ihr Schmerzmittel, Elektrolyten und Antibiotika. Das Antibiotika sollte ich ihr 6 Tage lang spritzen und er malte den exakten Punkt, in den ich spritzen sollte auf ihren Hintern. Ich habe noch nie eine Spritze gesetzt und das sagte ich ihm auch. Er meinte, das wäre ganz einfach und beschrieb mir genau, was ich zu tun hatte. DAS ist Nicaragua! Mir war überhaupt nicht wohl dabei. Im Hotel zurück fragte ich meine Mitreisenden, ob jemand schon einmal eine Spritze gesetzt hatte und Eli sagte, sie könnte es machen. Mir viel ein riesiger Stein vom Herzen.
In der Nacht versuchte ich mich ein bisschen um Julia zu kümmern, ihr ging es wirklich bescheiden.

Zweiter Stopp: Ometepe Island

Am nächsten Morgen ging es Jules bedingt besser. Dave machte Rührei für alle und wir brachen mit Bus und Fähre nach Ometepe Island auf. Die Jungs waren wirklich nett und trugen ihren Koffer und ihre Taschen. Sie musste sich um nichts kümmern, kam aber trotzdem total fertig im Hotel an und legte sich erstmal hin.
Wir anderen spielten Mensch Ärgere Dich Nicht, tranken Rum-Punsch und Cuba Libre und abends gingen wir alle zu einer Familie nach Hause und aßen dort ein traditionelles Abendessen. Es gab Hühnchen mit Reis und Bohnen, Plantain und Salat. Später „spielten“ wir ein bisschen mit den Küken, die die Familie hatte.

Der darauffolgende Tag ist offiziell der SCHLIMMSTE TAG MEINES LEBENS!!!!
Ich hatte eine Vulkanwanderung auf den Maderas , einen inaktiven Vulkan mit Cloudforest, gebucht.
Keiner sagte mir, wie anstrengend und schlimm es werden würde. Ausserdem bekam ich genau an diesem Tag meine Periode und einen Schnupfen, ich hatte Unterlaib- und Kopfschmerzen und war richtig grantig!. Die ersten 1,5 Stunden zum Aussichtspunkt hätten mir vollkommen gereicht. Danach ging es los: es war total steil und schlammig und rutschig. 

Wir kletterten und schlitterten nach oben, immer höher für weitere 4 Stunden. Der Pfad wurde immer schwieriger und ich dachte zeitweise, ich muss mich übergeben vor Anstrengung. Es war ein Albtraum. Ab und zu bekam ich eine erfrischende Dusche von oben und eine Schlammüberflutung in meine Schuhe. Meine Füße waren nach kürzester Zeit patsch nass. Mehrmals blieben meine Schuhe im Schlamm stecken. Am höchsten Punkt des Vulkans angekommen war ich über und über mit Schlamm bedeckt und total fertig. Eine Aussicht war nicht vorhanden. Danach ging es 20 Min. steil und schlammig bergab zum Vulkankratersee. Dieser See war durch den Nebel nicht zu sehen und die 5,5 Stunden Tortur war es definitiv nicht wert. 

Wir hatten Reis, Bohnen, Plantain und Eier zum Mittagessen und brachen nach einer kurzen Pause wieder auf – nach unten. Ich schlitterte mehr als dass ich ging und manchmal war ich den Tränen nahe. Nach ca. 3 Stunden bergab und einer guten Unterhaltung mit Brian, die mich gut ablenkte, viel ich kurz hintereinander 4 Mal auf meinen Hintern und ab diesem Punkt hatte ich die Schnauze übervoll! Ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte und konnte mich nicht einmal an dem Affenbaby, dass wir irgendwann entdeckten, erfreuen.

Nach 9,5 Stunden kamen wir endlich unten an – und es war kein Van weit und breit zu sehen. Unser Tourguide berichtete uns, dass der Van einen Platten hat und bald kommen würde. Wir warteten fast eine Stunde und kamen gegen 18:30 – fast 12 Stunden nachdem wir aufgebrochen waren, im Hotel an. Dort erwartete mich eine kalte Dusche. 

Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass dieser Albtraumtag endlich zu Ende ging.
Seit diesem Tag ist für mich klar: ich HASSE Vulkane und ich möchte nie wieder auf einen Vulkan steigen – nicht mal in die Nähe eines Vulkans kommen und auch nicht in der Nähe eines Vulkans wohnen. Somit fallen einige potentielle Länder, ich denen ich sesshaft werden könnte, aus. Definitiv Nicaragua und Ometepe Island!

Costa Rica

Erster Stopp: Monteverde

Der Grenzübergang von Nicaragua nach Costa Rica hatte es in sich. Es  war sehr heiß, wir mussten lange laufen – mit vollem Gepäck-  und im Grenzbüro in Costa Rica recht lange anstehen. Alle naslang wollte ein Beamter unsere Pässe sehen und man sollte unbedingt eine Ausreisebestätigung zur Hand haben.
In Costa Rica hatten wir einen sehr komfortablen Bus nach Monteverde. Der Pfad dorthin ist ziemlich holprig und das Wetter änderte sich von super heiß zu kühl.
Monteverde (der grüne Berg) ist berühmt für seinen Cloudforest, Skywalks und vor allem Ziplining (oder Canopy). Fast jeder ging Ziplining. Da ich das in Südafrika schon gemacht hatte und es auch sehr teuer war entschied ich mich für den Skywalk im Regenwald. 

Es war sehr regnerisch, neblig und wunderschön. Der Rundgang über Hängebrücken und gepflasterte Pfade dauerte ca. 2 Stunden. 

Monteverde hat auch ein super Nachtleben und wir feierten ausgiebig. Leider verpasste ich die Nachtwanderung, bei der man Vogelspinnen, Faultiere und Nasenbären hätte sehen können.
Seit Costa Rica bin total verrückt nach Gallo Pinto (Reis und Bohnen) mit Lizano Salsa, ich könnte mich reinlegen.

Zeiter Stopp: La Fortuna – PURA VIDA!!!!

La Fortuna ist mein lang ersehntes Reiseziel, da man dort sehr viele coole Freizeitmöglichkeiten wie Rafting, Canyoneering, Kajaking, Vulcanohiking (was ich mir definitiv nicht mehr antun werde) heiße Quellen, Quadtouren uvm hat. Ich entschied mich für die heißen Quellen inkl. Dinnerbuffet am Tag unserer Ankunft und Rafting (Grad 3-4) am nächsten Tag. Die Ausflüge sind sehr teuer aber es lohnt sich! Die Anlage mit den heißen Quellen war riesig, es gab 25 verschiedene Becken, einen riesen Jacuzzi, 3 super Rutschen, Swim-in-Bars, ganz viele exotische Pflanzen und das Buffet war sehr lecker (es gab sogar einen Schokobrunnen!). Jules  und ich genehmigten uns einen Pina Colada in einer der Swim-in-Bars – da kam Urlaubsfeeling auf.
Rafting war gigantisch. Ich bin auf dem „Bullen geritten“ -  der Fluss heißt „Torro“ und ist wirklich wild. Insgesamt ritten wir den Bullen für über 3 Stunden, wir hatten eine Menge Spaß und keiner aus unserem Boot ist ins Wasser gefallen! Anschließend gab es wieder ein Buffet (es war lecker aber nicht so gut wie das bei den heißen Quellen). 

Abends gingen wir in der Lava Lounge essen und ich genehmigte mir 2 Crazy Monkeys (Tequila, Kahlua, Bananensaft und Coconutcream – lecker lecker) und einen BBC (wie Crazy Monkey nur mit Vodka und Baileys).
Später unterhielt ich mich sehr sehr gut und lange mit Valeria. Ich hatte sie doch ganz falsch eingeschätzt und ich bin sehr froh dass wir nochmal kurz vor dem Ende unserer Tour so offen reden konnten.
Wir stellten fest, dass wir wegen der Sprachbarriere doch recht eingeschränkt sind und dass es für andere schwieriger bzw fast unmöglich ist, uns richtig kennen zu lernen. Ich hab das noch nie so gesehen, aber es ist wahr. Ich kann mich tatsächlich oftmals nicht 100%ig  ausdrücken und manchmal komme ich wohl anders rüber, als ich beabsichtige. Es ist ein Dilemma…   ;)
Immerhin wurde meine Theorie, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient, bestätigt.


Dritter Stopp: San Jose

Ich bin so froh dass ich an diesem Morgen endlich ausschlafen konnte, denn San Jose ist nur ca 4 Stunden von La Fortuna entfernt und wir brachen erst spät auf. Mir tat vom Rafting alles weh, vor allem meine Arme, meine Bauchmuskeln und mein Rücken. Ausserdem war ich ein bisschen verkatert.
Hannah, Brian, Elerie, Dave und ich entschieden, noch eine Weile zusammen zu Reisen und ich bin sehr froh darüber.
In San Jose hatten wir unser Abschiedsdinner. Es ist unglaublich, wie schnell dieser letzte Tourabschnitt vergangen ist. Nach dem Abendessen gingen wir nochmal zusammen aus und am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen, aber erst nach einem unglaublich guten Frühstücksbuffet.
Jules schenkte mir wunderschöne blaue Ohrringe und schrieb mir eine sehr liebe Karte mit einer Einladung nach Sydney. Von mir bekam sie einen USB-Stick mit ihrer Lieblingsmusik, u.a. „Dynamite“ – ihr absoluter Lieblingssong der gesamten Reise und eine Karte mit dem Versprechen, sie in Sydney zu besuchen, sobald ich in Australien ankomme.
Mir ist es recht schwer gefallen mich von ihr zu verabschieden, ich hab sie doch in den 40 Tagen, in denen wir ein Zimmer teilten, recht lieb gewonnen. Ich weiß gar nicht wie ich ohne sie schlafen soll…

Goodbye GAP-Adventures-Tour – Hello Freedom 

Donnerstag, 6. Januar 2011

Mayan Sun GAP-Tour


Belize

Erster Stopp: Caye Caulker

Nach 13 Stunden, 2 Bussen, 2 Taxis und einem Schiff kamen wir im Paradies an: Caye Caulker.
Einer der Busse war allerdings ein ausgemusterter amerikanischer Schulbus (Chickenbus genannt) der Leute überall auf der Strecke aufgabelte. Manchmal fragten wir uns, wo die Leute herkamen, sie standen einfach neben einer Zuckerrohrplantage, kein Haus weit und breit.
Caye Caulker ist eine kleine Insel auf der es keine Autos aber eine Menge Golfcarts und Beachcruiser gibt. Es gibt keine asphaltierte Straße dafür viele Palmen und Sand.
Was einem sofort auffällt ist, dass hier jeder Englisch spricht und die Leute haben eine sehr lässige, karibische Art zu reden: ey maaaaaaan, whaz uuup?!
Unser Dinner hatten wir bei Fran, einer lebensfrohen Lady, die uns Rumpunsch und Hummer vom Grill direkt am Meer servierte. Das Essen war billig und unglaublich lecker!   
Später hatten wir noch super leckere Pina Coladas in einer Reggae-Bar.
Am nächsten Tag war ein Schnorkelausflug mit einem Segelboot geplant. Leider war das Wetter nicht der Hit, es war sehr bewölkt und windig. Wir setzten trotzdem Segel und verbrachten einen wunderschönen Tag auf hoher See mit „Reggaemuffin“.

Wir stoppten an drei verschiedenen Korallenriffen, wir sahen Haie, riesige, mittlere und kleine Fische, eine grüne Muräne und, mein persönliches Highlight, 3 Meeresschildkröten.
Kevin, unser Guide, nannte eine davon „Lucky“, weil sie nach einem Haiangriff nur noch 3 Flossen hat. Nach dem dritten Stopp froren wir alle sehr und wir bekamen Rumpunsch zum Aufwärmen. Ausserdem gab es in Limonensaft „gekochte“ Shrimps.
Als wir das Schiff verließen waren wir schon gut angeheitert. Wir gingen anschließend in eine Strandbar und tranken Happy-Hour-Cuba Libre. Die Drinks waren mehr Cuba als Libre und bis zum Abendessen waren wir sehr betrunken. Wir gingen in ein tolles Hinterhof-Restaurant und Wish Willy servierte uns Hummer, Red Snapper, Shrimps und Hühnchen vom Grill. Es war ein wahres Festmahl.
Danach gingen wir wieder in die Reggae-Bar und anschließend noch Tanzen in den einzigen Nightclub der Insel. 
Den nächsten Tag verbrachten wir bis 14 Uhr am Strand und verließen Caye Caulker schweren Herzens und dennoch voller Vorfreude auf den Dschungel. 


Zweiter Stopp: San Ignatio

Das „Hotel“ in San Ignatio war sehr cool. Wir schliefen in kleinen Hütten, die in der ganzen Anlage verteilt waren, die Toiletten waren ausserhalb der Zimmer und „Compostable“, das heißt, wir hatten keine Spülung, dafür mussten wir getrocknete Baumrinde in das Loch auf unser „Geschäft“ werfen. Überraschenderweise hat es kein bisschen gestunken. Die Duschen waren auch draussen und das (Regen-) Wasser wurde in einem großen Kanister auf dem Dach von der Sonne aufgewärmt. Daher war das Wasser nicht kalt, es war aber auch nicht sonderlich warm. Mir war das allerdings mehr als egal, denn nach dem Caving war ich mehr als verdreckt und verschwitzt, ich hätte auch eiskalt geduscht.
Ach ja, Caving: 

erst sind wir eine Stunde durch den Dschungel  gelaufen. Unser Guide hat uns einen Moskito-Wedel aus einem riesigen Gestrüpp gebastelt und wir haben eine Killer-Ameisenstraße durchquert, glücklicherweise wurde niemand gebissen. Die Höhle, in die wir gegen Mittag hinabstiegen, heißt Crystal Cave und ist ein altes Maya-Heiligtum. Die Maya haben die Höhle als Opferstätte genutzt, denn sie glauben an die „Unterwelt“, es ist aber nicht die Hölle sondern ein Teil des großen Ganzen, dass jeder einmal durchschreiten muss und ein sehr mystischer Ort.
Am Eingang der Höhle bekamen unser Höhlen-Mittagsessen: sehr leckere Burritos mit Schinken, Käse und Gemüse. Die Stärkung hatten wir bitter nötig, denn was wir die nächsten 6 Stunden machten war sehr anstrengend aber auch atemberaubend und wunderschön. Wir kletterten, schlitterten und krochen durch die Höhle, in der wir nicht nur unglaubliche Stalagmiten, Stalagtiten, Stalagmaten und Formationen, die ich vorher noch nie gesehen habe, sondern auch Überbleibsel der Mayas fanden (zerbrochene Vasen, Feuerstellen, Schmuck, Knochen und einen Totenkopf). Der Abschluss der Tour war das „Wunderland“, der Pfad wurde steiler und noch schwieriger aber es hat sich gelohnt: die „Kammer“ enthielt unglaubliche Gesteinsformationen und es hat überall Geglitzert und Gefunkelt – es war einfach wunderwunderschön und die Strapazen wert. Ich habe noch nie so sehr geschwitzt und ich war noch nie so verdreckt wie nach dem Caving in Belize, aber ich möchte diese Erfahrung auf keinen Fall missen. Es war beeindruckend, wie super die Mädels mit der Situation umgegangen sind: keine hat gemeckert oder sich beschwert, im Gegenteil: wir hatten eine Menge Spaß – vor allem als wir nach guten 4 Stunden alle gemeinsam in ein Wasserloch pinkelten.
Als wir wieder an die Oberfläche kamen, war es bereits dunkel und wir liefen eine Stunde durch dem Dschungel zurück zum Auto.
Ich war selten so müde, verdreckt, hungrig und glücklich wie an diesem Abend.

Am nächsten Tag verließen wir San Ignatio und Belize nach Guatemala.

Guatemala

Erster Stopp: Isla de Flores

Die Insel Flores liegt inmitten eines Sees, erinnert an ein sizilianisches Dorf und ist wunderschön.
Es gibt zwar keinen Strand, dafür kleine Brücken, auf denen sich die Touristen und die Einheimischen zum Sonnenbaden und Schwimmen treffen.
Ein Highlight, dass man von der Insel aus in ca. 1 ½ Std. erreichen kann sind die Maya-Ruinen Tikal.
Da wir schon einige Maya-Ruinen gesehen haben, entschieden wir, diese ohne Guide auf eigene Faust zu besichtigen. 

Ich muss sagen, diese Anlage hat mir bisher am besten gefallen. Die Ruinen sind noch nicht alle aufgedeckt und komplett restauriert und liegen mitten im Regenwald Guatemalas. Da wir sehr früh morgens aufgebrochen sind hatten wir die Chance einige Tiere zu sehen. Wir sahen ein Krokodil, Brüllaffen, Klammeraffen, Truthähne, Papageien und Nasenbären. 

Die Ruinen haben etwas mystisches, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie noch mehr oder weniger unberührt im Herzen des Regenwaldes liegen, von Moos bewachsen sind und man die Brüllaffen brüllen, die Vögel zwitschern und die Nasenbären und andere Tiere im Gebüsch rascheln hören kann. Ausserdem sind keine Händler in der Anlage erlaubt.
Hier der Link zur Beschreibung von Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Tikal


Zweiter Stopp: Rio Dulce

Auf dem Weg zum Rio Dulce machten wir an einem Wasserfall halt um dort zu baden und Mittag zu essen. Am Gipfel des Wasserfalls ist eine heiße Quelle, die den Wasserfall in eine heiße Dusche verwandelt. 

In Rio Dulce mussten mir den Rio Dulce mit einem Boot überqueren, um in unser Hotel/Lodge zu kommen. Die Lodge war umwerfend, wir hatten schöne Zimmer und Hängematten zum chillen.
Das Essen dort war auch sehr gut, ich habe mir endlich mal ein Steak geleistet und am nächsten Tag Surf & Turf.
GAP hat uns ein 500 US$-Budget als Spende für ein Waisenhaus am Rio Dulce überlassen, für das wir Windeln, Milchpulver, Deo, Haargel, Zahnbürsten, Brot, Spielzeug und zwei Piñata kauften. Wir durften die Geschenke persönlich überreichen und hatten eine Menge Spaß mit den Kindern zwischen 2 und 17 Jahren. Wir spielten mit ihnen mit den neuen Bällen, dem Hula Hup und sahen zu ersten Mal, wie das Piñata -Spiel funktioniert: es ist ähnlich wie Topfschlagen, nur dass die Piñata an eine Schnur gehängt wird. 

Ein Kind schlägt mit verbundenen Augen mit einem kleinen Stecken um sich und versucht die Piñata zu zerschmettern. Wenn das gelingt, fallen die Bonbons und Lutscher, die sich im Inneren der Pappmännchen befinden, herunter und die Kinder sammeln die Süßigkeiten ein.
Ich hab selten sowas süßes gesehen. Die Kinder waren wirklich niedlich und total lieb, viele sprechen ein bisschen englisch da die Sozialarbeiter dort fast alle aus einem englischsprachigen Land sind.  Ich fand es toll, das Waisenhaus zu besuchen und den Kindern dort eine Weihnachtsfreude bereiten zu können. 

Nachmittags chillten wir in der Lodge, da das Wetter nicht sehr berauschend war. Am Abend tranken wir Cuba Libre, wie am Abend davor und am Abend davor… das ist mein Ersatz für Glühwein, Punsch und Feuerzangenbowle!
Ach ja, bald ist Weihnachten!  

Dritter Stopp: Antigua / Lake Atitlán

Antigua ist eine tolle Stadt am Fuße eines Vulkans und ein UNESCO-Welterbe. Die Läden und Restaurants (sowie Fastfood-Ketten wie Mc Donalds) befinden sich in den denkmalgeschützten Häusern und das verleiht dem Ort ein besonderes Flair.
Wir hatten unsere bisher beste Partynacht in Antigua, und das obwohl es anfangs gar nicht danach ausgeschaut hat. Nach dem Abendessen versuchten wir in den neu eröffneten Irish Pub zu gehen, aber der war voll. Dann gingen wir in einen Salsa Club, der eine halbe Stunden nachdem wir ihn betreten hatten, schloss. Jeff erklärte uns, dass Clubs und Bars um 1 Uhr schließen, aber er hatte ein Ass im Ärmel und wir gingen in eine kleine Hinterhof-Bar , die eigentlich schon geschlossen war und in der wir den Besitzer und 4 junge Männer antrafen. Ich dachte erst, dass das nie was wird aber die Stimmung wandelte sich schneller als ich schauen konnte. Die Jungs spielten super Musik für uns, wir tanzten ausgelassen und der Besitzer der Bar gab einen Cuba Libre und Tequila Sunrise nach dem anderen aus. 

Ich landete von vor der Bar auf der Bar und am Ende hinter der Bar – mit dem Besitzer knutschend (und ich fühl mich ganz schrecklich dass ich mich nichtmal an seinen Namen erinnern kann)… Der Spruch: „come as strangers – leave as friends“ trifft in diesem Fall 100%ig zu! 

Am nächsten Morgen bzw ein paar Stunden später zahlten wir alle für die letzte Nacht – wir hatten den schlimmsten Kater des bisherigen Trips und zu allem Übel mussten wir mit Chicken-Bussen nach Panajachel am Lago di Atitlán fahren. Die Busse waren alle überfüllt und die Straßen waren sehr kurvig. Wir wurden gut durchgeschüttelt und zwischen die Einheimischen gedrückt und gequetscht. Nach 3 Mal umsteigen und ein paar Stunden auf einem tollen Markt entschlossen wir einstimmig einen Van zu mieten und so die letzten 2 Stunden zum See zu fahren. Die Chickenbusse in Guatemala waren ein tolles Erlebnis, für mich allerdings eher einmalig. 

Da wir alle übernächtig und richtig fertig waren, gingen wir alle sehr früh ins Bett. Julia und ich schliefen insgesamt 13 Stunden.
Für den nächsten Tag – Weihnachten – hatte ich mir selbst ein Geschenk gemacht: ich ging Paragliding über dem See. Der Lake Atitlán ist berühmt durch seine 3 Vulkane, die den See nicht nur umrunden sondern auch geformt haben. 

Christian, mein Pilot, sagte, dass das der beste Tag zum Paragliding seit Monaten wäre, der Wind ist genau richtig und wir würden einen gigantischen Flug haben – und er hatte so recht. Ich hab zwar keinen Vergleich aber wir waren sehr hoch, fast über den Wolken, blieben über eine Stunde in der Luft, flogen sehr weit und  machten ein paar tolle Stunts. 

Christian und seine Frau Steffi sind allerdings Guatemaler, sprechen aber beide deutsch und haben einen sehr süßen Sohn, Liam, den sie 3-sprachig aufziehen. Das waren sehr liebe Leute!
Abends gingen wir zum ersten Weihnachts- und Abschiedsessen (denn am nächsten Morgen mussten wir uns bereits von Shell und Gaz verabschieden). Ich hatte dort das beste und günstigste Steak meines bisherigen Trips .

Zurück in Antigua feierten wir Aussie-Weihnachten mit den besten Nachos meines bisherigen Trips im Café Frida, einigen Cocktails am Nachmittag, einem leckeren Essen und Wein in einem tollen Restaurant und mehr Cocktails in einer Bar (ich kann mich leider an keine Namen mehr erinnern – ist aber auch kein Wunder nach so viel Alkohol).

An unserem letzten Tag in Antigua mussten wir uns von Tiff, Kate S. und Jeff verabschieden und wir lernten Sean, unseren neuen Tourleader, und den Rest der neuen Gruppe kennen.
Julia und Kate M. bestiegen einen Vulkan, von dem es hieß ,dass sie dort Lava sehen würden und das war der einzige Grund, warum sie sich diese Tour antun wollten. Als sie spät abends nach Hause kamen sahen wir ihnen schon an, dass es sehr anstrengend gewesen sein muss und sie haben überhaupt keine Lava gesehen. Nat und ich legten einen Beauty-Tag ein und ich gönnte mir eine Mani- und Pediküre was bitter nötig war (Mumu, falls du das hier lesen solltest: deine Pediküre ist sehr viel besser und nicht zu vergleichen!).

Unsere neue Gruppe hat uns alle nicht begeistert und ich habe eine schreckliche Vorahnung dass der nächste Trip nicht so lustig wird wie die zwei vorigen. Noch dazu sind wir Silvester nicht auf Roatan Island, wie ich dachte, sondern in Tegucigalpa, eine Zwischenstopp-Stadt und noch dazu recht gefährlich. Ich hoffe sehr, dass es besser wird als ich denke und ich bin sehr froh, dass Julia, Kate und Nat noch bei mir sind – ich hab die drei, vor allem Julia, inzwischen sehr lieb gewonnen.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Mexico Ancient Civilizations GAP-Tour

Erster Stopp: Puebla

Nach einer 2-stündigen Busfahrt und einem Stopp in Cholula, wo ich meine ersten Heuschrecken probiert habe, kamen wir in Puebla an. Puebla ist eine wunderbare, kleine mexikanische Stadt. Wir haben uns alle sofort in die Stadt verliebt, wie schlenderten durch die Gassen und über einen Markt, schauten uns Kirchen an und ein dramatisches Theaterstück in Spanisch, dass keiner von uns verstand. Leider blieben wir nur die eine Nacht. Diese Nacht war allerdings die schlimmste meines bisherigen Trips: ich bekam eine Magen-Darm-Grippe. Die 5-stündige Busfahrt am nächsten Tag nach Oaxaca war daher ein Horrortrip! 




Zweiter Stopp: Oaxaca:

In Oaxaca angekommen musste ich mich zu allererst hinlegen. Ich schlief den ganzen Nachmittag.
Am Abend ging ich mit zum Gruppenabendessen, bekam aber kaum was runter.  Beim Zahlen stellte ich fest, dass ich meine Kreditkarte verloren hatte. Also setzte ich mich, krank wie ich war, mitten in der Nacht in die Lobby des Hotels (weil dort die Internetverbindung besser war) und rief die Sperrhotline und die Bank über Skype an. An diesem Tag habe ich mich wirklich in Skype verliebt!

Den Ausflug am nächsten Tag musste ich ausfallen lassen, was ich sehr schade fand. Ich wäre wirklich gerne dabei gewesen. Die Gruppe besuchte eine Weberei, eine Mezcal-Destillerie  und Hierve el Agua Wasserfälle, einen Ort von dem mir sogar Andre vorgeschwärmt hat.
Ich schaute Friends und Two and a Half Men auf den 2 englischen Sendern in Mexico an­ und schlief fast den ganzen Tag. Am Abend ging es mir viel besser, ich hatte richtig Hunger und auch Lust mit den Anderen einen drauf zu machen. Auf dem Zócalo fand eine Feier statt mit Konzert und Feuerwerk  und ich aß einen der leckeren Maiskolben mit Mayo , Käse und Chili und danach noch einen sehr leckeren, mexikanischen Burger. An diesem Tag war Bailey‘s Geburtstag und wir gingen Salsa Tanzen. Ich trank zwar nichts, weil es mir immer noch nicht 100%ig gut ging, die Mädels tranken aber in Sturzbächen. Wir gingen Salsa tanzen und wurden von kleinen Mexikanern zum Tanzen aufgefordert. Chimi tanzte mit mir und ich war sehr begeistert, er ist wirklich ein toller Tänzer. Er wirbelte mich über die Tanzfläche dass mir ganz schwindelig wurde. Irgendwie schaffte ich es, im Rhythmus zu bleiben und die Mädels fragten mich, wo ich Salsa tanzen gelernt hatte. Ich gestand, dass ich es nie richtig gelernt hatte und Chimi meinte, es lege mir wohl im Blut. Ich glaube aber, es lag nur an Chimi, man ist doch immer nur so gut wie der Mann, der führt…
Wir hatten jedenfalls einen feuchtfröhlichen Abend.


Am Morgen danach mussten wir bis 12 Uhr auschecken, hatten aber noch den ganzen Tag in Oaxaca denn unser Nachtbus nach San Cristobal ging erst abends. Die Mädels hatten alle eine Hangover.
Wir besuchten eine Schokoladenfabrik, probierten Vanille- und Nussschokolade, hausgemachte Mole und eine leckere Eisschokolade aus hauseigener Produktion. Danach fuhren Kevin und ich mit dem lokalen Bus nach Monte Albán, den Zopteken-Ruinen auf einem Berg in der Nähe von Oaxaca City, von denen man einen wundervollen Blick über Oaxaca hat. Monte Albán ist ein wunderbarer Ort aber es war sehr heiß und das Rauf- und Runterklettern der hohen Ruinen war ganz schön anstrengend, hat sich aber gelohnt. 

Zurück in Oaxaca gingen Kevin, Kate und ich Essen und ich hatte endlich Hühnchen mit Mole! Die Mole schmeckt überall ein bisschen anders. Diese war sehr dunkel, herb und würzig.
In Oaxaca gibt es allerdings Heuschrecken mit Guacamole und Tortillas als Vorspeise in jedem guten Restaurant. Egal was die Anderen sagen, ich find sie wirklich lecker!
Um neun Uhr verließen wir Oaxaca mit dem Nachtbus nach San Cristóbal de las Casas.

Dritter Stopp: San Cristóbal de las Casas

Nach einer ­12-stündigen Busfahrt kamen wir in San Cristóbal an. Kevin, Rebecca, Danika und ich entschieden uns, sofort nach der Ankunft einen Ausflug in ein Maya-Dorf zu machen. Chamula ist ein kleines Bergdorf, in dem die Maya noch nach ihrer Tradition leben. Sie haben ihre eigene Sprache, Kleidung, Nahrung und Religion. Die Religion ist eine Mischung aus Christentum und ihrer traditionellen Religion. Das Kreuz sieht dem christlichen sehr ähnlich, repräsentiert aber die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft und hat nichts mit Jesus zu tun. Ihre Denkweise ist sehr simpel aber effektiv. Ein Beispiel: Sie dekorieren die drei Kreuze vor der Kirche mit Palmwedeln. Das hat keinen Religiösen oder zeremoniellen Hintergrund. Sie machen es einfach nur, weil es schön aussieht. Die Kirche selbst ist ganz anders als alles, was ich bisher gesehen habe. Es liegt Stroh auf dem Boden, es wird Licht und Flüssigkeit geopfert und gebetet. Das Licht wird in Form von Kerzen dargebracht, die Flüssigkeit kann alles von Cola bis Mezcal sein. Früher war es ein Blutopfer, aber diese Zeiten sind lange vorbei. Die Opfergaben stehen überall auf dem Boden herum, die Menschen knien oder sitzen davor oder daneben, manchen beten, manchen stricken oder unterhalten sich leise. Im Hintergrund spielen ein paar Männer mexikanische Melodien und ein Priester läuft herum und wedelt mit etwas das ein bisschen riecht wie Weihraucht. Zu jeder vollen Stunden gibt es einen Knall und ein christlicher Heiliger wird an einem bestimmten Ort im Dorf geehrt.

Die Maya leben nach dem Prinzip: erwarte nichts bevor du nicht selbst etwas gibst. Daher bekamen wir Freundschaftsbänder von den Kinder geschenkt. Danach wollten sie uns einen Gürtel, ein Armband oder einen verzierten Kugelschreiber verkaufen. Zu unserer großen Überraschung sprachen sie ein wenig Englisch! Die Kinder waren so Zuckersüß, da ist es hart zu wiederstehen.
Ich kaufte ihnen einen Kugelschreiber ab und verschenkte meine ganzen Pins, mit denen ich meine Tasche verziert hatte. Zum Schluss wollten sie auch die Reisemulle und meine Packung Chips tauschen, aber da spielte ich nicht mehr mit .
Nach einem Spaziergang über den Markt, auf dem von Lammfell-Röcken über Chilischoten, Obst und Gemüse bis zu frischen Tortillas und handgewebten Teppichen alles angeboten wird, besuchten wir eine Familie in deren Haus. Dort bekamen wir einen Zuckerrohrschnaps, ein ganz schreckliches Gebräu! Ein Mädchen zeigte uns, wie sie die Teppiche webt und sagte, sie braucht für einen Teppich einen Monat und sie verkaufen ihn dann für ca. 40 Dollar. 
Danach wurde uns erklärt, die Maistortillas hergestellt werden und wir durften sogar die frischen Tortillas probieren. Die getrockneten Maiskörner werden in einer Lake aus Wasser und Kalk eingeweicht, püriert, in Bällchen gerollt und entweder per Hand oder mit einer „Maschine“ zu Fladen verarbeitet.
Der Ausflug war ein tolles Erlebnis, obwohl der Tourguide unmöglich und sehr unhöflich war. 


San Cristóbal ist eine tolle Stadt ABER im Schatten und sobald die Sonne untergegangen ist, wird es bitterkalt. Wir froren alle und zu allem Übel hatten Julia und ich kein heißes Wasser in unserem Zimmer. Das heißt, ich hatte zwei Mal eine kalte Dusche. Dafür hatten fast alle andern heißes Wasser – wie unfair!

Am Abend gingen wir Asiatisch essen. Das Essen war recht gut dafür, dass es ein mexikanischer Koch war und die Vegetarier in unserer Gruppe waren sehr zufrieden. Wir hatten noch zwei Schweizerinnen dabei, die die Mädels bei ihrem Reitausflug kennen gelernt hatten. Die zwei waren nicht nur unglaublich hübsch sondern auch noch total nett.

Der zweite Tag in San Cristóbal war sehr relaxt. Wir hatten einen leckeren Brunch, schlenderten über den großen, bunten Markt und tranken leckeren Café. Am Abend gab uns Chimi Salsa-Unterricht und danach gingen wir in eine tolle Bar.  Ich entdeckte an diesem Abend meine Leidenschaft für Michelada – Limonen- und Tomatensaft mit scharfer Soße und Bier. Klingt widerlich, ist aber sehr lecker.

Vierter Stopp:  Palenque

Auf Palenque hatten wir alle sehnsüchtig gewartet denn der Ort liegt mitten im Dschungel Mexicos. Ausserdem war es wärmer als in San Cristóbal. Auf dem Weg nach Palenque machten wir halt an zwei wunderschönen Wasserfällen: Agua Azul und Misol Ha, in dem wir Schwimmen gingen.
Unser Hotel in Palenque liegt mitten im Dschungel direkt am Eingang zum Nationalpark. Julia und ich hatten wieder weder warmes noch heißes Wasser auf dem Zimmer und nachts war es nicht wirklich warm aber immer noch wärmer als in San Cristóbal. Dafür war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, weswegen unsere Schwimmsachen einfach nicht trocken werden wollten.
Es gab aber sehr leckeres Essen, u.a. überraschend gute italienische Küche, ich hielt mich aber an Mexikanisch und hatte Enchiladas mit der besten Mole, die ich bisher gegessen hatte – zum niederknien!
Während der Dämmerung hörten wir die berühmten Affen Palenques brüllen und schreien. Ich habe sowas wirklich noch nie im Leben gehört, diese überraschend kleinen Affen hören sich an wie Monster!

Wir machten eine 3-stündige Dschungelwanderung mit Gabriel, einem tollen Guide der uns selbstgemachte Schokolade verkaufte. Die Schokolade war aber nicht der Grund, warum wir ihn so toll fanden, es machte ihn aber noch sympathischer. Gabriel erzählte uns einiges über den Dschungel, über Palenque und den ersten wichtigen Mayakönig Pakal.
Nach der Wanderung besuchten wir die Ruinen von Palenque, auch „Die Stadt zwischen zwei Flüssen“ oder „Die Stadt des Mondes und der Schlangen“  genannt. Diese alte Mayastadt war die wichtigste Stadt der Maya-Dynastie und sehr fortschrittlich. Nicht alle Pyramiden und Tempel wurden bisher freigelegt, einige sind noch versteckt im Dschungel. Die Maya hatten ein Aquädukt und ein Abflusssystem für die Notdurft. In einer Pyramide wurde das Grab einer unbekannten Frau gefunden,  in einer Anderen die Gebeine des Königs Pakal neben vielen Grabbeigaben und einer sehr schönen Maske. Die Pyramiden waren sehr beeindruckend, der Guide war aber etwas langweilig. Ich hab nicht wirklich aufgepasst was er uns alles erzählt hatte, aber ich denke das Wichtigste ist hängen geblieben.
Nach dem Abendessen machten wir eine kurze Nachtwanderung mit Chimi durch den „Dschungel“. Die Nacht war Sternenklar und die Sterne zum greifen nah.

Fünfter Stopp: Merida

Wir verließen Palenque früh morgens und kamen nach einer 9-stündigen Busfahrt mit vielen spanischen Filmen in Merida an. In unserem Hotel war noch eine andere GAP-Gruppe, unser erster Eindruck von denen war allerdings nicht der Beste, denn das erste was sie machten war, sich über die „dreckigen“ Lacken und das „unmögliche“ Hotelzimmer zu beschweren.
Wir gingen abends in einem tollen Restaurant essen, indem wir stylechte Sombreros aufgesetzt bekamen und es gab XXL-Cocktails. Danach machten wir noch einen Abstecher in eine Bar, in der sie Tequila aus eigener Herstellung verkaufen. Dort trafen wir wieder auf die andere GAP-Gruppe und ich unterhielt mich ganz gut mit Karl, einem Libanesen aus Dubai. Die Mädels fanden ihn schrecklich, ich fand ihn eigentlich ganz nett, er erzählte mir, dass er Sozialarbeit auf Haiti geleistet und deshalb die Hochzeit seines besten Freundes verpasst hat, auf der er Trauzeuge sein sollte,.
Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug zu 3  „Cenotes“, das sind mit Wasser gefüllte, unterirdische Höhlen in denen man Tauchen und Schwimmen kann. Diese Höhlen waren wirklich wunderschön. Unser Transportmittel dahin waren kleine Wagons auf Schienen, die von einem Pferd gezogen wurden. Klingt witzig und das war es auch.

Sechster Stopp: Playa del Carmen

Wir fuhren über Cichen Itza, einer großen und sehr beeindruckenden Tempelanlage, nach Playa.
Cichen Itza ist eines der neuen Weltwunder und wirklich atemberaubend.
Die meisten Pyramiden wurden restauriert und auf vielen Steinen kann man noch die „Zeichnungen“ erkennen.  Man merkt sofort, dass diese wuchtigen Pyramiden sehr wichtig für die Maya waren. Es sind noch Opfer-Altare erhalten und ein kleiner Weiher, in dem Menschen geopfert wurden.
Vor der Hauptpyramide hört man durch einfaches Klatschen einen unglaublichen Hall – es ist leicht vorstellbar, wie beeindruckend es für die Maya gewesen sein muss, wenn ein König oder „Gelehrter“ vom Gipfel der Pyramide gepredigt hat, denn man muss sie über den ganzen Vorplatz und darüber hinaus gehört haben.
In Cichen Itza  kann man auch eines der beeindruckendsten Lichteffekte erleben: Zweimal im Jahr, zur Tagundnachtgleiche und einige Zeit davor und danach, versinkt eine Seite der Pyramide fast vollständig im Schatten. Dann wird nur noch die Treppe von der Sonne angestrahlt und auf sie projizieren sich die Stufen der Pyramide. Dieses gezeichnete Band vereint sich schließlich mit einem Schlangenkopf am Fuß der Pyramide und stellt so eine gefiederte Schlange dar.

Wir verbrachten ein paar Stunden in der Anlage und fuhren nachmittags weiter nach Playa.
In Playa angekommen meldete ich mich als erstes für den Open Water Diver Kurs an und danach gingen wir Essen.
Die Gruppe ging danach noch auf ein paar Drinks, ich zurück ins Hotel zum Lernen, denn ich musste 3 Kapitel (250 Seiten) meines Tauchbuchs bis zum nächsten Tag, 14 Uhr, lesen und lernen.
Ich schaffte es gerade so, ich las und lernte fast durchgehend.
Am Abend gingen wir schick Essen, denn es war der letzte Abend der ersten Tour und einige verließen uns am nächsten Tag. Danach gingen fast alle ins Coco Bongo, den angesagtestem Nightclub in Playa. Ich ging schweren Herzens nach Hause zum Lernen und Schlafen, denn am nächsten Tag standen 5 Tauchgänge auf dem Programm: 3 x Pool und 2 x Ozean.
Es lief alles phantastisch, sogar das Fluten der Maske.
Im Ozean sahen wir eine riesige grüne Meeresschildkröte und ich war überglücklich.
Da meine Gruppe über Nacht nach Cancun gefahren war, verbrachte ich den Abend im Hotel, denn ich musste bis zum nächsten Morgen 2 weitere Kapitel lernen.
Am drittenTag meines Tauchkurses war meine  Abschlussprüfung, welche ich mit 92% bestanden hatte und meine letzten 2 Tauchgänge im Meer. An diesem Tag hatte ich Probleme mit dem Druckausgleich und beim letzten Tauchgang taten meine Ohren beim Auftauchen unheimlich weh. Abends hatte ich solche Schmerzen, dass ich Schmerzmittel nahm und zu Hause blieb. So verpasste ich das Gruppendinner mit den Neuen und unserem neuen Tourleader Jeff. Ich traf sie aber am nächsten Morgen beim Frühstück. Die 2 „Neuen“ sind Shel und Gas ein Pärchen aus Australien. Somit bin ich die einzige Deutsche zwischen 7 Aussies, Jeff ist aus den USA.
Wir verließen Playa um 6 Uhr morgens nach Caye Caulker, Belize…

Mexico City



Mexico City hat es in sich! Ich war ganz schön fertig als ich im Hostal Regina angekommen bin, der Kater und wenig Schlaf steckte mir noch in den Knochen. Die Stadt ist RIESIG (22 Mio Einwohner), laut und überfüllt! Ausserdem kommt mir hier alles spanisch vor! Keiner versteht mich, wirklich keiner. Ich hatte aber Glück, denn ich stellte fest, dass am Abend eine Show auf dem Zócalo „Place de la Constitución“ (der zweitgrößte Platz der Welt) stattfindet. Es war zwar wahnsinnig voll aber die Show war das Spektakulärste, dass ich je gesehen habe: auf die Gebäude um den Platz herum (Catedral ­ Sagrario Metropolitano, Palacio Nacional) wurden unglaubliche Bilder geworfen, die den Platz mal in einen Urwald, mal in einen Ozean oder ein kleines, mexikanisches Dorf verwandelten. Nebenbei gab es noch eine Show mit bestimmt einigen hundert Künstlern, eine Lichtershow und ein Feuerwerk.  Ich war begeistert. Nein, ich war sprachlos (aber das machte nichts, es hätte mich ja eh keiner verstanden... ). Ich probierte allerdings Maiskolben mit Mayo, Käse und Chili. Dieser wurde aus einem Kinderwagen mitten im Gedränge auf dem Zócalo verkauft.
Bei der kostenlosen Stadtführung (bei der der Guide 60 Pesos Trinkgeld bekommt) habe ich einiges über Mexico City erfahren. Mexico ist auf einem See erbaut. Die heutige Stadt wurde auf den Ruinen der alten Stadt erbaut, daher findet man heute noch gut erhaltene Ruinen unter den Häusern und es wurden viele Artefakte gefunden als die Metro gebaut wurde. Ich habe mich immer gefragt, was es mit den vielen Totenköpfen in Mexico auf sich hat, hier ist die Erklärung: Am Tag der Toten (1. auf 2. November) wird den toten Verwandten gedacht. Man deckt den Tisch mit den Lieblingsspeisen und –getränken der Toten, mit einem Gegenstand, der demjenigen gehört hat (eine Uhr oder ein Schmuckstück zB) und einem Skelett oder Totenkopf, der den Toten repräsentiert. Ich finde, dass ist ein schöner Brauch. 

Nach der Tour war ich mit einem netten Franzosen in der City unterwegs. Wir waren in einer Straße, in der es 24 Std/Tag Essen gibt. Das Essen war furchtbar aber das Erlebnis möchte ich nicht missen, vor allem wie wir mit Händen und Füssen versucht haben zu bestellen.
Wir haben die größte Bäckerei gefunden, die ich je gesehen haben. Dort gab es Empanadas. Die waren so ungefähr das Einzige dass nicht nur süß war. Ansonsten gab es sicherlich 300 verschiedene süße Teilchen, Kekse und Kuchen. Und der Laden war überfüllt (wie alles in Mexico City).
Ausserdem braucht man in Mexico viel Geduld. Auf den Turibus (der Open-Bus in Mexiko) habe ich über eine Stunde gewartet. Ist aber auch kein Wunder bei dem Verkehr.
Aber die Leute sind nett. Als ich bei einem Chinesischen Buffet war hat ein fremder Mexikaner meine Rechnung bezahlt. Ich fand das sehr freundlich von ihm und setzte mich zu ihm an den Tisch um mich zu bedanken. Alberto spricht ein kleines bisschen Englisch und wir konnten uns ein wenig unterhalten. Er lud mich auf den Torre Latino Americano ein. Von dort hat man einen guten Blick über Mexiko City aber das „Hochhaus“ an sich ist nicht besonders hoch.  Alberto wollte natürlich mehr als nur meine Gesellschaft als Dank, bekam er aber nicht. 

Das mexikanische Wrestling, dass ich Freitagabend angeschaut habe war großartig. Der Tourguide war sehr nett und sehr sexy was den ganzen Ausflug noch interessanter machte. Mexikanisches Wrestling unterscheidet sich ein wenig von WWF – die Männer sind sehr gut gebaut und tragen nicht viel mehr als eine Maske und einen knappen Slip. Es kämpfen immer 3 gegen 3 und gut gegen böse. Die Guten müssen sich an die Regeln halten, die Bösen nicht, dafür gewinnen meistens die Guten. Der sexy Tourguide, Andre, lud mich nach dem Wrestling in einen Club ein. Ich hatte die besten Margaritas mit Chilisalz und einen wunderbaren Abend. Andre kann auch sehr gut küssen. Am Samstag musste ich in das Metropol Hotel umziehen. Dort traf ich auf meine  GAP-Adventures-Gruppe. Nachmittags traf ich mich noch kurz mit Balpo, einem Couchsurfer, und seinen Freunden im Hardrock Cafe. Dabei habe ich lernen müssen, dass Mexikaner grundsätzlich mindestens 45 Minuten zu spät kommen. Der Kellner dachte, ich hätte ein Blind Date und kam immer wieder zu mir um mich zu beruhigen und mir zu versichern, dass „er“ sicher noch kommen würde. Er hat ganz mitleidig geschaut, als Balpo mit 2 Freunden auftauchte.
Abends hatten wir unser erstes Gruppentreffen, bei dem wir Chimi, unseren umwerfenden Tourleader kennenlernten. Die Gruppe besteht aus 13 Mädels und 2 Jungs. Die Mädels sind aus Australien, Neuseeland und Deutschland. Die Jungs aus Deutschland und der Schweiz. Viele der Mädels kennen sich zufällig, weil sie aus dem gleichen Ort kommen.
Mit Kate und Natalie besuchte ich den Guadalupe-Schrein, ein Pilgerziel bei dem sich am Tag der Guadalupe am 12. Dezember viele tausend Pilger einfinden. Ich wollte den Schrein nur wegen dem Song der Killers: „Happy Birthday Guadalupe“ sehen. Der Rest der Gruppe besuchte die Ruinen von Teotihuacán, mir war der Ausflug jedoch zu teuer.

Am Abend ging ich zu meinem Date mit Andre. Er lud mich in seinen Distrikt der Stadt, Coyoacán, ein. Wir verbrachten einen tollen Abend zusammen, gingen auf wunderbare Märkte, probierten verschiedene Cocktails, teuren aber unheimlich guten Tequila und Mezcal, sehr scharfe Taccos mit mexikanischem Kebab und zum Schluss landeten wir bei ihm zu Hause im Bett.
Um 1 Uhr verließ ich ihn und fuhr mit dem Taxi zurück ins Hotel. Leder musste ich Julia, meine Zimmergenossin, aufwecken um ins Zimmer zu kommen, da wir nur einen Schlüssel hatten.