Freitag, 4. Februar 2011

Zentralamerika


A life is made up of a great number of small incidents
and a small number of great ones.
Roald Dahl
 
Jetzt, da ich Zentralamerika langsam verlasse, möchte ich meine „kleine Anzahl großartiger Zwischenfälle“ zusammenfassen. 



Wenn ich an Mexico denke, erinnere ich mich als erstes an die Aufführung auf dem Zocalo in Mexico City, „Yo Mexico“ und die tolle Lichtershow. Ich denke an das tolle Straßenessen, was so gar nicht „mexikanisch“, wie ich es von zu Hause oder aus den USA her kannte, war. Ich erinnere mich an das mexikanische Wrestling und die heißen Männer in Masken mit den tollen Körpern, an Andre und unser wunderschönes Date, an die Sprachprobleme, die ich anfangs hatte (und nach über 2 Monaten noch immer habe), an mein erstes Zusammentreffen mit Julia und wie herzlich sie von Anfang an war, an unseren tollen Tourleader Chimi und an unsere Gespräche.
Ich erinnere mich gerne an die schöne Stadt Puebla, in der wir leider viel zu wenig Zeit hatten, an ein dramatisches Stück, welches wir uns in Spanisch anschauten und kein Wort verstanden, an getrocknete Heuschrecken die nach Limonen schmeckten und an meine unschöne Magen-Darm-Grippe, wegen der ich fast nichts von Oaxaca sah außer die Ruinen „Monte Alban“.  In Oaxaca stellte ich auch fest, dass ich meine Kreditkarte in Mexico verloren hatte. Mein Dad schickte mir eine neue nach Playa del Carmen nach!
In San Cristobal besuchten wir ein Maya-Dorf und probierten hausgemachte Tortillas. Ich erinnere mich auch an den unmöglichen Tourguide und daran, dass Chimi uns Salsa beibrachte. Ausserdem war es in San Cristobal sehr kalt (außer in der direkten Sonne, wegen der ich sogar einen leichten Sonnenbrand bekam). Jules und ich hatten dort und in Palenque ausschließlich kaltes Wasser zum Duschen, dafür war die Dschungelwanderung mit Gabriel und seine hausgemachte Schokolade sehr gut. In Palneque machten wir eine Nachtwanderung mit Chimi und ich hatte ein tolles Gespräch mit Rebecca, ausserdem sahen wir (und komischerweise nur wir) einen nackten Mann.
In Merida machten wir einen tollen Ausflug zu den „Cenotes“ und in einem „stilechten“ mexikanischen Restaurant wurden wir mit Sombreros und Gewehr zu Mexikanern.
In Playa del Carmen erwartete uns Sonne, Strand, Meer und mich ein Tauchkurs. Leider konnte ich nicht mit ins den tollen Club „Coco Bongo“.
Ich verbrachte dort 3 Tage mehr oder weniger allein und wir mussten uns von einigen Gruppenmitglieder verabschieden.


In Belize waren wir ein paar Tage auf der Insel Caye Caulker, hatten den besten Hummerbei Fran und den besten Schnorchelausflug (trotz schlechtem Wetter) auf einem Segelboot mit Raggaemuffin. Bei diesem Ausflug traf ich die Meeresschildkröte „Lucky“, die nach einem Haiangriffnur noch 3 Flossen hat.
Abends tranken wir viel zu viel Rumpunsch und Cuba Libre und Shell wurde zu Frida Kahlo.
In San Ignatio machten wir das unglaublich tolle und anstrengende Caving in den Cristal Caves – ungesichert und 5 Stunden lang.  Ausserdem hatten wir dort die besten hausgemachten Tortillas mit frischem Gemüse, Schinken und Käse IN der Höhle.
Von der Isla de Flores aus besuchten wir Tikal, wirklich tolle Maya-Ruinen mitten im Dschungel und wir sahen viele Klammer- und Brüllaffen, eine ganze Horde Nasenbären aber leider keinen Tukan.
Von dort aus gingen wir alle zusammen für die Waisenkinder, die wir von Rio Dulce aus besuchten, einkaufen. GAP stellte uns 500 US$ zur Verfügung um Notwendiges wie Zahnbürsten, Windeln, Milchpulver etc und Spielzeug zu kaufen. Auf der Heimfahrt sahen wir einen ganz schrecklichen Unfall, an den ich lieber nicht mehr denken will.
Der Besuch im Waisenhaus in Rio Dulce wird mir wohl für immer in Erinnerung  bleiben. Diese Kinder dort waren wirklich Zuckersüß und wie sie auf die Piñatas eingedroschen und sich auf die herausfallenden Bonbons gestürzt haben war einfach nur zum niederknien.
In Antigua hatten wir die beste Partynacht des gesamten Trips, obwohl das am Anfang gar nicht danach ausgesehen hat. Wir bekamen, nach einer Kette von Zufällen, eine Privatparty und der Besitzer der Bar gab einen Cuba Libre und Tequila Sunrise nach dem Anderen aus. Ich sag nur: come as strangers – leave as friends!
Die Fahrt am nächsten Tag zum Lake Atitlán war besonders anstrengend, denn wir hatten alle einen ziemlichen Kater. Wir waren eingepfercht zwischen den ganzen Einheimischen, mussten von einem Chickenbus in den nächsten wechseln und die Straße war sehr kurvig. Uns war allen hundeelend.
Was ich in Zentralamerika gelernt habe ist, dass ein Bus NIE zu voll ist. Für ein paar mehr ist immer Platz, und wenn man sich stapeln muss.  Ausserdem dröhnt in jedem Bus extrem laute, spanische Musik (oder Summer Love) und das nonstop.
Zu Weihnachten in Lake Atitlán gönnte ich mir Paragleiten über dem See und ein abartig gutes Steak zum Weihnachtsessen.  Ich werde wohl nie vergessen, wie mein Pilot und ich Weihnachtlieder über dem See gesungen haben und wie liebevoll er mit und über seiner Frau und seinem Sohn geredet hat. 


In Honduras waren wir auf der wunderschönen Inseln Roatán. Ich ging dort mehrmals Tauchen und ein Tauchspot war besser als der andere. Ich konnte mich nicht sattsehen an den ganzen Fischen und den vielen Meeresschildkröten. Dort hatte ich auch absolut leckere asiatische Nudeln in Noodle Shack. 
Wir verbrachten Silvester in Tegucigulpa, eigentlich ein Zwischenstopp aber für uns DIE Feier ins Jahr 2011. Es war wider Erwarten eine tolle Feier und ich begann das neue Jahr mit einem ausserordentlich spannend und erotisch (meine Eroberung sprach nämlich kein Wort Englisch und mein Spanisch war und ist immer noch übel!).
In Granada besuchte meine Zimmergenossin Jules mit mir das Krankenhaus denn sie war dehydriert und hatte eine Niereninfektion. Der Doktor meinte, ich sollte ihr 6 Tage lang eine Spritze in den Hintern geben und als ich ihm sagte, ich hätte das noch nie gemacht, zeigte er mir provisorisch wie das geht. Gott sei Dank übernahm Eli (eine Mitreisende in unserer Gruppe) das Spritzen… ich hätte das wohl nie hinbekommen.
Auf der Isla de Ometepe hatte ich den schlimmsten Tag meinen Lebens als ich einen inaktiven Vulkan bestieg. Ich will gar nicht weiter drauf eingehen, nur eins dazu : ICH HASSE VULKANE!!!
Costa Rica ist PURA VIDA (das pure Leben – lt. den Einheimischen zumindest). Für mich war es hauptsächlich teuer. In Monteverde machte ich einen Skywalk über dem Cloudforest und in La Fortuna verbrachte ich einen Tag in eine Hot Springs Anlage zum relaxen und ich machte Whitewater Rafting auf dem Rio Toro (dem „wilden Bullen“).
In San Jose hieß es Abschied nehmen von der Gruppe. Der Abschied von Jules viel mir am schwersten. Ich trage immer noch die super schönen Ohrringe, die sie mir geschenkt hat.



In Puerto Viejo hat es nur geregnet. Ich war dort mit Eli und Dave (eine Ehepaar aus England bzw Wales) und Hannah und Brian (zwei extrem lustige Freunde aus England). Wir haben in Hängematten geschlafen, viel Cuba Libre getrunken und Shithead gespielt. Trotz des Regens hatten wir eine tolle Zeit.

Nach Panama und Boca Brava bin ich mit Eli und Dave weitergezogen. Wir verbrachten 5 wunderschöne Tage auf der Insel, hatten absolut tolles Wetter, einen Traumstrand, eine atemberaubende Aussicht und viel Zeit für Romé und Shithead. Ausserdem lernten wir ein neues Dominospiel.

Nach Bocas del Toro bin ich dann zum ersten Mal seit langem alleine gefahren. Die Inseln sind nach meinem Ermessen überbewertet aber ich hatte eine tolle Zeit. Ich sah Delfine, die buntesten Korallen und ganz viele Seesterne. Ausserdem lernte ich 2 Holländer und 2 deutsche Mädels kennen und wir hatten eine Menge Spaß. Wir sahen ein Schwein am Seesternstrand und nannten es Edgar, ein wunderschöner Seestern heißt jetzt Jaqueline. Ich erinnere mich auch an vier kanadische Mädels, die sich „BFFF“ (= Best Fucking Friends Forever) auf ihre Finger tätowieren ließen. Ganz schön bescheuert….

Auf dem Weg zurück nach San Jose wurde ich übers Ohr gehauen und brauchte fast doppelt so lange für die Strecke wie vorgesehen, aber ich schaffte es trotzdem.

In Montezuma traf ich 2 sehr nette kanadische Mädels und wir verbrachten die Tag zusammen am Strand, sahen eine Affenfamilie auf dem Weg zum Montezuma Wasserfall und einen Wal und ihr Baby auf dem Weg zur Isla Tortuga.

In Santa Teresa mussten wir eine Stunde mit vollem Gepäck in der prallen Sonne nach einer Unterkunft suchen. Marie-Eve und ich ließen uns dort ein Tattoo stechen und wir waren beide sehr stolz darauf.


Zurück  in San Jose bin ich wieder alleine und auf dem Sprung nach LA, der Stadt der Engel, mein Zwischenstopp bevor ich endlich Indien erreiche.

Ich bin heute genau 3 Monte und 5 Tage auf reisen und ich habe es keine Minute bereut.
Dennoch muss ich gestehen, dass ich meine Familie und Freunde doch sehr vermisse. Ich hätte nie gedacht, dass die Sehnsucht so stark werden würde. Ich kann es nicht Heimweh nennen, denn dafür habe ich noch immer zu viel Fernweh, dafür bin ich zu neugierig auf alles, was noch vor mir liegt. Es ist eher eine starke Sehnsucht nach bekannten Gesichtern, einer Umarmung, Gespräche mit Menschen, die mich wirklich kennen… Das Gefühl ist nicht das Schönste und dennoch möchte ich es nicht missen. Es ist etwas sehr reales im surrealen Reisealltag und hilft mir, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren!
Manche haben mich bereits gefragt, ob alles so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich musste ein bisschen darüber nachdenken und meine Antwort ist: nein! Es ist weder besser noch schlechter als ich gedacht habe – es ist einfach anders.
Obwohl ich bereits viel über mich selbst gelernt habe (und manche Lektionen waren überraschend unschön, andere wiederum überraschend angenehm) habe ich das Gefühl, mich selbst im ganzen Reisestrudel eher zu verlieren als zu finden.
Im Großen und Ganzen denk ich sehr oft, dass ich ein verdammter Glückspilz bin, das alles erleben zu dürfen und hier und heute hier sitzen zu können.

Zum Abschluss möchte ich noch eines loswerden:


(Ihr wisst schon, wer gemeint ist!!!!)

Auf geht’s nach INDIEN!
 

Costa Rica die 2te




Der lange Weg nach San Jose

Diese Fahrt war wirklich unglaublich. Normalerweise dauert der Trip von Bocas del Toro nach San Jose ca. 6 Stunden, ich hab 11 gebraucht. Ich nahm erst ein Wassertaxi nach Almirante um 8 Uhr morgens. Am Hafen hat mich dann so ein kleiner Scheißer reingelegt. Er meinte, das Taxi zu Grenze würde 10 Dollar kosten und ich solle gleich bezahlen. Ich dachte, er wäre der Fahrer und gab ihm das Geld. Dann stieg ein anderer Fahrer ein und weg waren wir und meine Kohle. Natürlich musste ich den Fahrer dann nochmal bezahlen. An der Grenze lief alles super bis auf die Kleinigkeit dass ich über zwei Stunden auf den Bus nach San Jose warten musste. Der Bus (mit dem ich auch gleich von Almirante aus hätte fahren können wie ich später erfuhr) blieb dann mitten auf der Strecke liegen. Die engagierten Bus- und ein paar LKW-Fahrer haben über 2 Stunden versucht, den Bus zu reparieren. Ohne Erfolg. Wir haben dann einen anderen Bus angehalten und der Fahrer hat uns liebenswürdigerweise mitgenommen. Leider sind wir an einem ganz andere Busterminal als geplant angekommen und dieser war (lt Taxifahrer) ziemlich weit von meinem Hostel entfernt. Ich glaubte ihm und zahlte viel zu viel für das Taxi (vor allem, weil ich den kostenlosen Shuttle vom Hostel hätte nutzen können, das wusste ich derzeit aber nicht). Im Großen und Ganzen hatte ich trotzdem Glück, ich wurde nicht überfallen und auch nicht blöd angequatscht und am Ende bin ich da angekommen wo ich ankommen sollte. Da hab ich mittlerweile schon ganz anderen Geschichten gehört.
Am Abend könnte ich mir dann erstmal einen Cuba Libre und ging früh schlafen.

Montezuma



Der Bus nach Montezuma ging um 6 Uhr morgens oder um 2 Uhr nachmittags. Da ich keine Zeit verlieren wollte, nahm ich den um 6 Uhr und das hieß sehr früh aufstehen. Die Busfahrt und die Fähre waren verhältnismäßig unspektakulär, alles lief wie am Schnürchen. In Montezuma hatte ich richtig Glück und bekam eines der letzten Betten im Hotel Lucy, in dem ich unbedingt bleiben wollte, da es direkt am Meer liegt mit direktem Zugang zum Strand und einer wunderschönes Aussicht von der Terrasse und den Hängematten aus. Ich verbrachte die ersten Tage lesend am Strand und wurde richtig knackig braun. Ich verstand mich sehr gut mit den zwei kanadischen Mädels aus meinem Zimmer, wir verbrachten die Abende zusammen, tranken Cuba Libre und redeten über Gott und die Welt. 


Wir machten einen Ausflug zum Montezuma Wasserfall zusammen und sahen dort eine ganze Affenfamilie mit ganz vielen Babys. Die männlichen Affen waren sehr aggressiv und versperrten uns  mehr oder weniger den Weg. 


Ausserdem machten wir einen Schnorchel-Ausflug zur Isla Tortuga und sahen einen Wal und ihr Baby auf dem Weg dorthin. Die Insel an sich ist nicht so besonders, vor allem ist es sehr touristisch. 


Es gibt ein paar „Restaurants“ und ein Resort mit Souvenirshop, das war es dann auch schon. Aber es werden täglich massenhaft Touristen dorthin geschippert, einige davon aus den teureren Resorts und das sah und spürte man auch. Am Strand lief uns mal wieder ein Schwein über den Weg, Edgar II.



Nach 4 Tagen entschieden wir, zusammen weiter nach Santa Teresa zu ziehen.

Santa Teresa

Santa Teresa ist ein richtiges Surfer-Domizil, aber keine richtige Stadt. Es gibt eine sehr staubige  „Straße“, die von Mal Pais nach Santa Teresa führt. Sie ist gesäumt von Hostels, Hotels, Restaurants, Apartments  und Shops, zwischendrin gibt es dann Felder, heruntergekommene Häuser und viele Bäume. Einige Querstraßen führen zum Strand oder in private Gelände. Richtig beschildert ist eigentlich gar nichts.


Leider war Casa Zen, das Hostel in dem wir bleiben wollten, komplett ausgebucht. Wir fanden einen Unterschlupf im Funky Monkey und dieses Hostel hatte einen Pool, was wir sofort ausnutzen. Es war wirklich extrem heiß in Santa Teresa und wir liefen bestimmt eine Stunde mit vollem Gepäck in der prallen Sonne auf der Suche nach einer Unterkunft und waren ziemlich verschwitzt und fix und fertig.
Abends gingen wir in der Casa Zen richtig lecker asiatisch essen. Am nächsten Tag machten wir Yoga am Morgen,  verbrachten den Tag am Strand, schauten uns den unglaublich schönen Sonnenuntergang an und aßen (sehr gesund) unglaublich gutes Sushi und original italienisches Eis. Es war ein perfekter Tag.


An unserem letzten Tag in Santa Teresa mussten wir in ein anderes Hotel umziehen und wir fanden ein billiges mit TV, Balkon und Klimaanlage. Nach einem letzten, ausgedehnten Strandbesuch ließen Marie-Eve und ich uns ein Tattoo stechen. Sie bekam einen wunderschönen Kompass auf ihren Knöchel und ihr Sternzeichen auf die Innenseite ihres Handgelenks und ich „Lucky“, eine Schildkröte mit nur 3 Flossen und der Welt als Panzer, die auf einem Wasserstrom schwimmt au meinen Fuß. Das Tattoo tat zwar höllisch weh aber es ist wunderschön geworden. 


Zum Abendessen gönnten wir uns ein super leckeres Steak in einem argentinischen Restaurant.
Wir drei hatten wirklich eine wunderschöne Zeit zusammen.

An nächsten Morgen reisten wir zusammen zurück Richtung San Jose und dann hieß es Abschied nehmen. Die beiden flogen früh morgens zurück nach Kanada, ich blieb alleine im Hotel zurück und verbrachte meinen letzten Tag in Costa Rica lesend am Pool im Hotel… das dachte ich zumindest…
Um 5 Uhr nachmittags sollte mein Flug nach Bogota gehen..
Irgendwer hatte etwas mit meinen Tickets versaut, daher ging mein Flieger ohne mich und ich zurück nach Alajuela in ein Hostel. Die nächsten 2(!!!) Tage verbrachte ich hauptsächlich damit, funktionierendes WiFi zu finden, um bei meiner Reiseagentur wegen einem neuen Ticket anzurufen. Ausserdem laß ich ganz viel, lief ziellos in der City umher und freundete mich mit einer Holländerin aus meinem Zimmer an, mit der ich an meinem letzten Abend Essen ging. Alajuela ist wirklich nicht die interessanteste Stadt.
Schließlich und endlich bekam ich einen Flug von San Jose nach LA und mit diesem ließ ich Costa Rica nun ein für alle Mal hinter mir. 


In dem Buch „One Day“ von David Nicholls habe ich eine sehr schöne Anekdote darüber, wie man sein Leben leben sollte, gefunden:
“Try and be good and courageous and bold and to make a difference. Not change the world exactly, but the bit around you. Go out there with your passion and your electric typewriter and work hard at… something. Change lives through art maybe. Cherish your friends, stay true to your principles, live passionately and fully and well. Experience new things. Love and be loved, if you ever get the chance… “
Soviel zum Ende meiner Reise in Zentralamerika…


Montag, 24. Januar 2011

Costa Rica / Panama



Am 11.1.11 brach ich  mit Eli, Dave, Hannah und Brian nach Puerto Viejo auf. Wir erwarteten Sonnenschein, Beachlife und ein paar relaxte Tage. Als wir nach fast 5 Stunden stehen im Bus dort ankamen begrüßte uns ein monsunartiger Regenguss. Wir kamen völlig durchnässt in unserem Hostel „Rocking J’s“ an. Das Hostel ist einzigartig: es war über und über mit handgefertigten Mosaiken bedeckt, die Spinde und Türen waren bemalt und beschrieben, wir schliefen in Hängematten (aber es gibt auch die Möglichkeit in einem Zelt zu schlafen, ein eigenes Zelt aufzustellen oder in einem Mehrbettzimmer zu schlafen. 
Für „Honeymooners“ gibt es eine „Pink Pimp Suite“), es gab einen „Surfboard-Friedhof“ und  wir hatten direkten Zugang  zum Strand. Es hätte ein unglaublich toller Ort zum Bleiben, Zeit vergessen und relaxen sein können. Leider regnete es die 3 Tage die wir dort waren fast durchgehend und Dave, Eli und ich entschlossen der Karibikküste vollends den Rücke zu kehren und an die Pazifikküste Panamas zu ziehen. 

Von Hannah und Dave mussten wir uns leider schon wieder verabschieden – die Beiden flogen zurück nach Hause.
Wir vertrieben uns die Zeit mit Lesen, Schlafen, Trinken und Karten spielen. Ich lernte ein neues Spiel „Shithead“ und trank viel zu viel Cuba Libre. Ich muss sagen, wir hatten wirklich eine tolle Zeit, trotz dem Regen. 

Hannah schenkte mir zum Abschied ein Armband mit einer Schildkröte und überließ mir ihr Handtuch da mein Reisehandtuch fusselte und somit unbrauchbar war!Das war wirklich sehr lieb von ihr!

That’s the end of an era!!! (lt. Brian) 



Panama



Wegen dem vielen Regen an der karibischen Küste fuhren wir nicht zu den Berühmten Inseln „Bocas del Toro“ sonder an die gegenüberliegende Pazifikküste auf eine Insel namens „Boca Brava“ Der Grenzübergang war mal wieder sehr interessant. Um von Costa Rica nach Panama zu kommen mussten wir eine kleine Brücke überqueren. Diese war wirklich sehr schmal aus Holzbrettern auf einem Metallgestell. Die Brücke wurde nicht nur von Fußgängern sondern auch von Autos und Lastwägen genutzt. In Panama angekommen standen wir eine halbe Ewigkeit am Grenzschalter an. Der Grenzbeamte wollte erst eine Ausreisebestätigung von mir sehen, als ich ihm sagte, dass ich noch keine hätte fing er erst an mit mir zu diskutieren, gab dann aber auf und stempelte meinen Pass. 

Danach wurden unsere Taschen provisorisch durchsucht. Es ist nicht erlaubt, Essen einzuführen. Ich hatte Unmengen Reiseproviant dabei, es hat aber keinen interessiert. Danach ging es weiter, erst Richtung David und dann nach Boca Chicas. Wir kamen nach 4 Mal umsteigen und im Dunkeln dort an. Am Hafen wollten uns ein paar Einheimische weißmachen, dass das einzige Hotel auf Boca Brava ausgebucht sei und dass wir nur in einer Unterkunft für 100 US$ unterkommen könnten. Wir bestanden darauf, erst im Hotel nachzufragen und natürlich hatten sie Betten in einem Mehrbettzimmer frei. Die Betten waren einfache Matratzen auf dem Boden. Wir nahmen was wir kriegen konnten und reservierten Hängematten für den nächsten Tag. Ich schlafen wirklich gerne in einer Hängematte. Es ist unglaublich, wie bequem das ist. 

Die Insel an sich ist sehr ruhig und wunderschön und das Beste: es ist sehr warm und SONNIG!
Eli, Dave und ich verbrachten die Tage am nahegelegenen Strand, den man nach guten 20 Minuten Dschungelwanderung vom Hotel aus erreicht, und die Abende Romé, Domino und Shithead spielend im hoteleigenen Restaurant. An einem Tag nahmen wir uns ein 3er Kanu und paddelten zur Insel gegenüber. 

Ich verbrachte die Nächte in einer der Hängematten, Eli und Dave schliefen dann doch lieber im Mehrbettzimmer, die Hängematten waren nämlich nicht ganz so bequem wie die im Rocking J’s. Ich konnte trotzdem gut schlafen. 

Nach 5 wunderschönen Tagen auf Bocas Brava verließen wir die Insel und unsere Wege trennten sich. Eli und Dave fuhren weiter nach Panama City und ich nach Bocas del Toro.

Bocas del Toro - Going Solo



Nach guten 7 Stunden, 2 Bussen, einem Chickenbus (oh wie hab ich Chickenbusse vermisst…) und einem Wassertaxi kam ich auf der Isla Colón an. Ich bekam ein Bett im Hostel Heike, dem angeblich angesagtestem Hostel der Insel. Mein erster Eindruck war, dass die Insel überbewertet ist.  Das hat sich auch nicht geändert, es war trotzdem sehr schön dort. Das Zentrum ist etwas heruntergekommen sowie das Hostel, aber der Vibe dort war super und ich hab sehr nette Leute kennen gelernt. Hab ich eigentlich schon erwähnt dass die Suferboys hier in Panama und auch in Costa Rica alle den lieben langen Tag nur in Boardshorts rumlaufen und richtig knackig sind, das ist wirklich „pure eyecandy“!!!! 
Meine Highlights in Bocas waren: Delfine gucken (und davon gab es wirklich Unmengen), 


Party machen mit den coolen, holländischen Jungs Elmar und Michael und Boca del Drago (der Seesternstrand), an den man mit einem total überfüllten Bus und einem anschließenden ca. 30 minütigen Spaziergang am Palmenstrand entlang gelangt. Die Palmen haben es aber in sich: sie sind über und über voll mit Kokosnüssen, die regelmäßig runterfallen… und wenn man nicht aufpasst fallen sie einem direkt auf den Kopf. Wie war das nochmal – in tropischen Ländern werden mehr Leute von Kokosnüssen erschlagen als von Autos überfahren.. jetzt weiß ich auch warum.


An dem Strand gab es wirklich sehr viele riesige Seesterne. Die zwei deutschen Mädels (Daniela und Wenke), mit denen ich dort war, und ich haben einen davon Jacqueline getauft… der war wirklich wunderschön! Ausserdem ist dort ein Schwein frei rumgelaufen… das Schwein heißt jetzt Edgar.
Ansonsten war ich noch am Red Frog Beach (aber dort gab es keine Frösche) und schnorcheln.


Man sah zwar viele unglaublich bunte Korallen und Seesterne, aber nur ganz wenige Fische und die Sichtverhältnisse sind nicht sehr berauschend, weswegen ich auch nicht tauchen gegangen bin.
Nach sonnigen 3 Tagen bin ich dann wieder zurück nach Costa Rica gefahren.